Fahrt nach Wanaka
Am Morgen gehe ich noch einmal durch Arrowtown und gönne mir einen Kaffee in der lokalen Rösterei Wolf Coffee Roasters, die mir ein Arrowtowner am Abend zuvor empfohlen hatte. Dann geht es auf die Fahrt nach Wanaka. Dafür gibt es im Prinzip zwei Strecken, aber eigentlich kommt nur eine davon in Frage: Die landschaftlich reizvolle über die Crown Range nach Cardrona.
Kurz hinter Arrowtown biegt diese Straße vom Highway ab – und gleich geht es aufwärts. Während Arrowtown auf ungefähr 300 Metern Höhe liegt, ist die Passhöhe der Crown Range bei 1080 Metern erreicht. Zu Beginn geht es in engen Serpentinen steil bergauf, danach flacht die Strecke etwas ab, bevor es dann an den langgezogenen Anstieg bis nach oben geht. Als ich diese Strecke vor 30 Jahren mit dem Fahrrad gefahren bin, war die Straße im oberen Bereich noch nicht asphaltiert; das ist aber schon lange Geschichte, so dass die Fahrt mit dem Auto hier hoch sehr angenehm ist – und natürlich tolle Aussichten bietet.

In dieser Gegend, Central Otago, ist eine ganz andere Vegetation als im Fiordland, da sie im Regenschatten der Southern Alps liegt und zudem schon seit langem weitgehend entwaldet ist. Daher herrscht hier Grasland vor; das Tussock leuchtet in der Sonne sehr schön goldgelb. Durch das enge Tal des Cardrona River, dessen Hänge ebenfalls mit Tussock bewachsen sind, führt die Straße hinab bis in den „Ort“ Cardrona, wo seinerzeit der Asphalt wieder begann. Das Cardrona Hotel ist seit meinem ersten Besuch dort wiederbelebt und renoviert worden und hat nun ein nettes Restaurant/Café, wo man im Garten hinter dem Haus sehr schön sitzt.

Von dort aus ist es nicht mehr weit bis nach Wanaka, den nach Queenstown größten Ort in der Region mit immerhin gut 13.000 Einwohnern. Auch dieser Ort lebt sehr stark vom Tourismus, unter anderem weil er das Tor zum Mount Aspiring National Park ist. Die Lage am See, in dem man auch baden kann, die lange Promenade und die zahlreichen Cafés und Restaurants machen den Ort sehr beliebt. Ich schaue mir den Ort ein wenig an und mache dann noch einen Spaziergang längs der Promenade.

Jenseits des westlichen Endes der Promenade gibt es dann eine größere Menschenansammlung, denn dort steht „That Wanaka Tree“ – ein Baum, der dank Instagram zu einer Internet-Berühmtheit geworden ist. Normalerweise steht er im See, bei dem derzeitigen Wasserstand aber auf einer Miniinsel, zu der man derzeit leicht hinüberwaten kann. Dass damit das Motiv seinen eigentlichen Charme vorübergehend verloren hat, stört die Leute nicht, die nun die Chance nutzen, ein Selfie von sich mit dem Baum zu machen, was normalweise eben nicht möglich ist. Die Schlange der Leute, die hier gerade ein Foto von sich mit dem Baum machen wollen, ist übrigens kurz; meist stehen hier deutlich mehr Leute Schlange.

