Heute stehe ich mal früh auf – das heißt, etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Nach einem schnellen Frühstück setze ich mich noch im Dunkeln ins Auto und fahre zum wenige Kilometer entfernten Lake Matheson – in der Hoffnung auf einen ruhigen See und klare Sicht auf die Berge. Gestern Abend sah es nach letzterem ja nicht gerade aus, aber über Nacht ist es aufgeklart und der Himmel ist wolkenfrei.

Als ich dem See näher komme, zeigt sich allerdings, dass dort der weiße Nebel wunderbar auf der Ebene liegt. Das könnte also nun spannend werden: Möglicherweise sind die Berge klar, der See still, aber die Sicht wegen des Nebels trotzdem nicht vorhanden. Als ich am See ankomme, erweist sich die Befürchtung aber als unbegründet. Zwar liegt der Nebel auf den Feldern, die sich zwischen dem Ort Fox Glacier und dem Lake Matheson erstrecken, der See selber ist aber nebelfrei. Nun gilt es, sich zu sputen, um zum Sonnenaufgang an einem der drei guten Aussichtspunkte zu sein. Ich entscheide mich gegen den „View of Views“ und für die „Reflection Island“, von der aus ich vor 13 Jahren schon einmal Fotos in der Abendsonne gemacht habe.

Als ich dort ankomme, sind schon gut 10 Leute dort, die alle auf den Sonnenaufgang warten und bald gesellen sich weitere dazu. Es war schon witzig, wie dort eine gar nicht so kleine Gruppe von Leuten sitzt und steht und einfach nur wartet, dass die Sonne aufgeht. Und den Gefallen tut sie uns dann auch. Zunächst haben wir quasi nur eine Hintergrundbeleuchtung für die Berge – denn wir schauen von Westen aus auf sie, weshalb der Sonnenuntergang dort eben durchaus auch sehr schön ist.

Sonnenaufgang am Lake Matheson

Als die Sonne dann weiter empor steigt, erhalten dann auch zunächst die Gipfel von Mount Cook und Mount Tasman einen seitlichen Lichtreflex, dann auch weitere Berge. Gleichzeitig sorgt die Sonne dafür, dass die Nebelschwaden über den Feldern langsam aufsteigen. Für meinen Geschmack habe ich hier einen ziemlich guten Morgen erwischt.

Aufsteigender Morgennebel am Lake Matheson

Gleich beim Parkplatz des Lake Matheson gibt es ein Café, das um diese Zeit geschickterweise natürlich auch schon geöffnet hat. Dort gönne ich mir einen Kaffee und einen Bagel und fahre dann zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Glacier Viewpoint. Auch von dort sieht man den Mount Cook und die benachbarten Berge, insbesondere aber auch den Fox Glacier.

Glacier Viewpoint

Zu diesem begebe ich mich als nächstes. Um dorthin zu gelangen, muss ich zunächst in den Ort zurückfahren und dann ein kurzes Stück nach Süden über die Brücke, die den Fox River überquert. Direkt dahinter geht es dann zum Parkplatz. Bei meinen ersten Besuchen hier vor vielen Jahren sah das alles noch ganz anders aus. Der Parkplatz und der Weg, über den man ganz nah an das untere Ende des Gletschers gelangen konnte, waren damals noch auf der Nordseite des Flusses. Diverse starke Regenfälle haben aber zu Erdrutschen geführt und der Gletscher ist stark geschrumpft, so dass man so gar nicht mehr an den Gletscher herankommt. Die einzige Möglichkeit, ihn direkt zu erleben, besteht darin, sich mit einem Helikopter auf ihn fliegen zu lassen. Das möchte ich aber nicht, sondern begucke ihn mir lieber aus der Ferne von zwei verschiedenen Aussichtspunkten aus.

Fox Glacier

Damit beende ich meinen Besuch in Fox Glacier dann auch schon und fahre nun weiter nach Norden. Der nächste Ort ist Franz Josef, wo ich einen kurzen Stopp einlege, einmal durch den Ort bummle und einen Kaffee und ein Stück Kuchen zu mir nehme. Weiter geht es dann, aber nicht sehr weit, denn schon bald zweigt die Straße in den kleinen Ort Okarito ab, der an einer schönen Lagune liegt und ein sehr ruhiger Ort ist. Um so überraschter bin ich, dass der Campingplatz sehr gut belegt ist. Das liegt daran, dass hier für eine Woche die „Gorse Busters“ unterwegs sind, Freiwillige aus diversen Teilen des Landes, die hier eine Woche lang dem invasiven und sich stark ausbreitenden Stechginster den Garaus machen wollen.

Anleger an der Okarito Lagoon

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