Für den heutigen Vormittag steht nur eine recht kurze Wanderung von gut zwei Stunden Dauer an, bei der ich den Lake Dispute besuchen möchte, denn später will ich noch an das nördliche Ende des Lake Wakatipu weiterfahren, nach Glenorchy genauer gesagt.

Mit einem Müsli gestärkt mache ich mich auf den Weg, wobei ich zunächst den Moke Lake halb umrunden muss. Der Weg ist flach und gut ausgebaut; er führt durch Graswiesen, die hier in der Gegend wie üblich aus Tussock bestehen, das im Sonnenlicht golden glänzt und sehr schön mit dem Grün der Büsche und dem Blau des Himmels kontrastiert.

Moke Lake

Nach etwa der Hälfte der Strecke entfernt sich der Weg vom See und führt dann leicht ansteigend auf einen nicht sehr hohen Pass zu, hinter dem dann auch schon der Lake Dispute zu sehen ist. Der Abstieg zu diesem See erfolgt über einen Feldweg, den es wohl gibt, weil die Wiesen ringsum zumindest teilweise für Kuh- und Schafhaltung genutzt werden. Damit ist das Tagesziel für heute erreicht und mich begebe mich auf dem gleichen Weg zurück zum Moke Lake.

Lake Dispute

Dort mache ich mich startklar und fahre die Schotterstraße zurück an den Lake Wakatipu, dessen Uferstraße ich dann bis nach Glenorchy folge. Auch diese Straße gehört sicherlich zu den schönsten Straßen, die man in Neuseeland fahren kann. Der Blick auf die Berge auf der anderen Seite des Sees ist ja fast schon selbstverständlich. Richtig großartig wird es aber, wenn man den mittleren Teil des Sees passiert hat, der in west-östlicher Richtung verläuft. Kurz nach dem Knick, ab dem der See sich weiter in Richtung Norden erstreckt, gibt die Landschaft Blicke auf die Humboldt Mountains frei – das sind die, die ich schon von der Milford Road aus, also von der westlichen Seite aus gesehen habe, insbesondere vom Key Summit aus. Doch damit nicht genug: Kurz darauf erscheint dann auch noch das Earnslaw-Massiv, dessen namensgebender höchster Gipfel 2830 Meter hoch ist.

Das nördliche Ende des Lake Wakatipu

Glenorchy liegt in der Nähe des oberen Ende des Sees – sowohl in dem Sinn, dass es das nördliche Ende ist, als auch in dem Sinn, dass der See von dieser Seite aus mit Wasser befüllt wird. Zuständig sind dafür der Rees und der Dart River, die das Earnslaw-Massiv auf seiner östlcichen bzw. westlichen Seite umfließen. Der sehr schöne Rees-Dart-Track, den ich 2008 gegangen bin und durch diese beiden Flusstäler und über einen dazwischen liegenden Pass führt, ist seit Januar bis auf unbestimmte Zeit nicht mehr begehbar, da ein Erdrutsch einen Teil des Dart-Track weggespült hat. Da ich recht früh in Glenorchy bin, entscheide ich mich zunächst dazu, über den Ort hinaus noch weiter zu fahren bis zu der Stelle, an der der Dart River von einer Brücke überquert bin. Bei früheren Besuchen bin ich schon diverse Male über diese Brücke gefahren, da einige schöne Wanderungen jenseits von ihr beginnen. Sie liegt auch einer wirklich hübschen Ecke und an ihr spielt die Krimiserie One Lane Bridge; da will ich ihr doch wenigstens schon mal einen kurzen Besuch abstatten.

Dart Valley

Dann ist es Zeit, dass ich mich zurück nach Glenorchy begebe und mir einen Stellplatz auf der dortigen Campsite besorge.

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