Fahrt nach Fox Glacier
Gestern bin ich nach der Tour noch weitergefahren. Makarora liegt an der Straße, die von Wanaka aus an die Westküste führt und zwar über den Haast Pass – die Westküste ist nur über sehr wenige Straßen erreichbar. Heute geht es nun weiter entlang der Westküste bis nach Fox Glacier.
Bereits seit Wanaka folge ich dem State Highway 6 und werde das auch in den folgenden Tagen, mit einigen kurzen Abstechern, tun. Denn diese Straße ist nicht etwa eine Straße, die an der Westküste entlang führt, sondern die Straße, also die einzige, die die Orte längs der Westküste miteinander verbindet. Da es hier üblicherweise sehr viel regnet – man spricht auch von der Wet Coast, Haast hat im Schnitt über 3 Meter Niederschlag im Jahr, also etwa das fünffache von Paderborn, und auf den Bergkämmen gehen bis zu 18 Meter nieder –, kommt es immer wieder auch zu Erdrutschen oder durch Wassermassen der Flüsse zu zerstörten Brücken, wodurch dann Teile der Westküste nur noch auf riesigen Umwegen oder gar nicht mehr erreichbar sind. Eine so lange Trockenphase wie in den letzten Wochen ist schon sehr ungewöhnlich – für mich aber natürlich sehr schön.

Etwas nördlich von Haast lege ich einen ersten Stopp am Ship Creek ein. Dort gibt es zwei hübsche kleine Spaziergänge. Der erste führt durch die Dünen am Strand entlang und dann zu einem See, der direkt hinter den Dünen liegt, der zweite ist der Kahikatea Swamp Forest Walk, auf dem man auf einem Boardwalk durch ein Feuchtgebiet geht, in dem sich ein sehr schöner Wald befindet, der von eben diesen Kahikatea – White Pine auf englisch – bevölkert ist. Diese sind die höchsten Bäume Neuseelands; Halt verschaffen sie sich in dem sumpfigen Gelände, indem sie ihre Wurzeln miteinander verschränken.

Weiter geht die Fahrt dann teils direkt an der Küste, teils ein wenig im nicht allzu breiten Hinterland durch den Wald. Die nächsten schönen Aussichtspunkte lassen nicht lange auf sich warten – ein Pflichtstopp ist der Knight‘s Point, wo man aus etwas erhöhter Perspektive auf die Küste und die Tasmanische See blickt.

Mit ein paar weiteren Zwischenstopps geht die Fahrt dann weiter bis nach Fox Glacier. Hier und im nördlich benachbarten Franz Josef gibt es je einen Gletscher, der aus den Höhen der Südalpen herabfließt – Fox befindet sich quasi auf der anderen Seite des Mount Cook, ich bin also ganz in der Nähe eines Ortes, wo ich vor einigen Wochen schon war, der aber von hier aus nur für erfahrene Bergsteiger zugänglich wäre. Bei meiner Ankunft ist allerdings von den Bergen nur wenig und vom Gletscher gar nichts zu sehen. Beim Sonnenuntergang sieht das aber dennoch recht schick aus.

Nach Einbruch der Dunkelheit mache ich noch einen kleinen Spaziergang auf dem Minnehaha Walk direkt am südlichen Ortsausgang von Fox Glacier. Dort kann man bei einem Waldspaziergang Glowworms sehen – Mückenlarven lassen klebrige Fäden mit Leuchtelementen herabhängen, um so Insekten anzulocken, die sie dann verspeisen können.

