Okarito
Der heutige Tag wird ein ruhiger in Okarito. Ich hatte gehofft, dass eventuell jemand seinen Platz bei den Okarito Boat Eco Tours nicht wahrnimmt und ich dort hineinrutschen kann, aber das gelingt leider nicht. Diese Bootstour in der Lagune und den in sie fließenden Flüssen hatte ich vor vielen Jahren schon einmal gemacht und dort war so einiges an Vögeln zu sehen – unter anderem eine Unterart des Silberreihers, die in Neuseeland nur hier in Okarito zu finden ist.

Als Alternativprogramm mache ich mich daher auf eine kleine Wanderung durch das Wetland und von dort weiter zum Okarito Trig, einem Hügel südlich des Ortes, von dem aus man schöne Aussichten hat. Vor allem aber bin ich auch hier auf „Vogeljagd“, denn die Wälder um Okarito sind seit einigen Jahren weitestgehend frei von Raubtieren – also vor allem Possums, Ratten, Wieseln und Mardern –, so dass sich die Vogelwelt (und auch die Pflanzenwelt) einigermaßen erholt haben.

Die wenigsten Vögel kommen allerdings so nahe, dass ich sie auch mit dem Handy fotografieren kann. Eine Ausnahme ist ein South Island Robin, der eine ganze Zeit lang um mich herumhüpft und -flattert und sich dabei auch auf meine Schuhe setzt und schaut, ob meine Schnürsenkel irgendwie interessant sein könnten.

Ich verbringe recht viel Zeit damit, einige Vögel vor die Linse zu bekommen. Schließlich erreiche ich dann aber auch den Trig, von dem aus man einen schönen Ausblick auf die Three Mile Lagoon südlich von Okarito hat. Dorthin könnte ich auf den Spuren von Goldsuchern, die dort in den 1860er Jahren unterwegs waren, auch noch wandern. Aber das unterlasse ich und begebe mich stattdessen zum Campingplatz zurück, wo ich den Tag gemütlich ausklingen lasse.

