Bei allerbestem Wetter steht heute der Lake Tekapo auf dem Programm. Eigentlich hätte ich gerne dort übernachtet, aber der dortige Campingplatz ist ausgebucht – Tekapo ist ein sehr beliebtes Ziel, das eigentlich kaum ein Tourist auf der Südinsel auslässt, sei es mit Übernachtung, auf der Durchreise mit dem Mietwagen oder mit einem der zahlreichen Reisebusse, die hier einen Stopp einlegen. Um den Massen aus dem Weg zu gehen, mache ich mich daher früh auf den Weg.

Church of the Good Shepherd, Lake Tekapo

Aus einer frühen Ankunft am Lake Tekapo wird aber leider doch nichts, weil ich zwischendurch mehrere Stopps einlege, weil die Aus- und Ansichten einfach nicht zulassen, dass man da einfach nur die Strecke abreißt. Als ich dann gegen viertel nach neun am See ankomme, finde ich erstaunlicherweise aber nicht nur gleich in der Nähe einen Parkplatz, sondern es ist noch ziemlich wenig los. So kann ich in aller Ruhe die Church of the Good Shepherd begucken – zunächst allerdings nur von außen. Später am Tag ist sie auch noch geöffnet und ich sehe sie mir auch von innen an. Fotos darf man innen mittlerweile nicht mehr machen – in meinem Beitrag vom 28. Februar 2013 gibt es aber eines, denn damals durfte man dort noch fotografieren.

Lake Tekapo

Ich verbringe einige Zeit mir Fotos vom See, dessen westliches Ufer zu dieser Uhrzeit sehr schön von der Sonne beleuchtet wird. Der See selber präsentiert sich in seinem üblichen Türkis, das daher rührt, dass die den See fütternden Gletscher die Felsen fein zermahlen und quasi das Steinmehl das Wasser färbt und das Sonnenlicht ganz wunderbar reflektiert. Am südlichen Ende ist der See aufgestaut; er ist der oberste in einer Reihe von Stauseen, die zur Energieerzeugung genutzt werden. Im Anschluss gehe ich über eine Fußgängerbrücke, die erst vor wenigen Jahren eingeweiht wurde, hinüber in den kleinen Ort und mache dort einen ebenso kleinen Rundgang.

Auf dem Peninsula Walk

Um die Mittagszeit begebe ich mich auf einen nächsten Spaziergang, den Peninsula Walkway. Dazu muss ich zunächst die Straße in Richtung Mount John nehmen, an dem Abzweig zu diesem jedoch vorbeifahren. Ein Stück weiter endet meine Fahrt dann auf einem kleinen Parkplatz, wo der gut fünfeinhalb Kilometer lange Rundweg beginnt. Bei ordentlicher Wärme und ohne einen einzigen Schatten führt der Weg in leichtem Auf und Ab bis auf etwa 100 Meter über dem See – mit fantastischen Aussichten auf diesen, aber auch mit einem tollen 360°-Rundblick. In der Nähe des nördlichen Umkehrpunkts erhalte ich auch noch einen schönen Blick auf den Teil des Sees, der vom Ort aus nicht einsehbar bzw. sehr weit entfernt liegt.

Mount John Observatory mit Southern Alps

Nach der Wanderung fahre ich noch nicht in den Ort zurück, sondern nehme nun noch den Abzweig zum Mount John, auf dem sich ein Observatorium befindet. Die ganze Gegend hier ist die größte Dark Sky Area der Welt: Es gibt ohnehin kaum Orte und daher wenig künstliche Beleuchtung, aber auch für die Beleuchtung, die es gibt, gelten strikte Regeln, so dass diese beispielsweise nicht nach oben abstrahlen darf. Ein Besuch des Observatoriums lohnt sich natürlich nur nachts, aber nicht in der kommenden, denn es ist eine geschlossene Wolkendecke angesagt. Aber hier oben gibt es auch ein nettes Café und die Ausblicke auf die umgebende Landschaft sind natürlich auch nicht zu verachten.

Ich fahre dann in den Ort zurück, wo gerade der wöchentliche Community Market beginnt. Da gönne ich mir doch erst einmal eine Limonade und anschließend einen Wrap mit neuseeländischem Lamm, wobei ich mit einigen Locals ins Gespräch komme. Untermalt wird das Ganze von vielen neuseeländischen Musik-Klassikern von Dave Dobbyn über Crowded House und King Kapisi bis zu Bic Runga. Und wer von Euch mehr als einen von diesen kennt, bekommt einen Gummipunkt.

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