Nach dem Frühstück verabschiede ich mich von Ann-Kathrin, die über Lake Tekapo auf die Banks Peninsula bei Christchurch weiter reisen will, und Robin, der über den Lindis Pass nach Wanaka fahren will. Ich habe mir am Mount Cook noch drei kurze Wanderungen für heute vorgenommen, die alle sehr viel kürzer und leichter sind als die gestrige und daher auch von deutlich mehr Leuten gegangen werden – und auf dem Track zu den Sealy Tarns war schon nicht gerade wenig los.

Ich parke heute im Village und gehe von dort zum White Horse Hill, wo die ersten beiden Wanderungen beginnen. Die erste geht zum Kea Point und ist mit 15 Minuten für einen Weg eher ein Spaziergang. Der aber lohnt sich durchaus, denn am Ende steht man auf der talseitigen Seitenmoräne des Mueller Glacier und schaut über dessen Gletschersee und die gegenüberliegende Moräne auf den Mount Cook, der sich heute ohne Wolken präsentiert. Den Hooker Glacier und den dazu gehörigen See kann man von diesem niedrigen Standort allerdings nicht sehen; dazu muss man schon zumindest einen Teil des Tracks zu den Sealy Tarns gehen.

Mueller Glacier Lake und Mount Cook vom Kea Point aus

Im Anschluss begebe ich mich in das Hooker Valley. Diese etwa einstündige Wanderung war die erste, die ich je in dieser Region gemacht habe – 1999 mit Kikmann nach der bereits erwähnten schlafarmen Nacht. 2013 bin ich sie dann erneut gegangen. Beide Male konnte man damals bis an das Ufer des Sees gehen (und theoretisch auch noch weiter über den Copland Pass an die Westküste oder den Ball Pass ins benachbarte Tasman Valley; aber das sind beides Routen, für die man Bergsteiger-Erfahrung und -Ausrüstung braucht). Da es aber im letzten Jahr zwei Erdrutsche gab, die das Fundament einer Brücke zerstört haben, ist nun deutlich früher Schluss. Eine neue Brücke ist derzeit noch im Bau. So endet diese Tour an einem kleinen Aussichtspunkt, der leider gar nicht so spannend ist.

Panorama vom Beginn des Hooker Valley Tracks; vor der ersten Swingbridge

Von dort geht es für mich ins Village zurück, von wo ich mit dem Auto ins benachbarte Tasman Valley fahre. Anders als der Mueller Glacier hat der Tasman Glacier bei seinem Rückzug eine Endmoräne hinterlassen. Zu deren Füßen liegt der Parkplatz, an dem die hiesigen Wanderungen starten. Auch dieser Weg auf die Moräne ist ein eher kurzer Spaziergang, der aber durchaus einige Höhenmeter mit sich bringt. Oben angekommen eröffnet sich ein wunderbares Bergpanorama – mit Mount Cook ganz links – über dem Tasman Glacier und seinem See. Die Gletscher auf dieser Seite der Südalpen sind im unteren Bereich übrigens komplett mit Geröll bedeckt und strahlen nicht so schön weiß, wie man das von Gletschern oft kennt. Für die Gletscher ist das aber durchaus von Vorteil, da sie so vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind und langsamer abtauen. Aber auch diese Gletscher schrumpfen; auffällig ist auch, dass praktisch keine Eisberge im Gletschersee schwimmen – das kenne ich von früher anders.

Tasman Glacier und Lake

Nach Beendigung auch dieses Spaziergangs fahre ich über Twizel nach Omarama und quartiere mich dort auf dem Campingplatz ein, der eher zur gehobenen Klasse zählt, was die Ausstattung und auch den Preis angeht. Er liegt aber auch recht schön und mitten im Ort, wo es einen guten Pub gibt. Apropos Ort: Omarama hat 290 Einwohner – und zwei Tankstellen.

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