Die erste Wanderung steht an. Ich habe mir eine etwas längere Rundwanderung zusammengestellt, die aus vier Wanderwegen zusammengesetzt ist. Den Anfang macht der Acland Falls Track, der in die Kategorie Walking Track gehört. Das ist die zweitleichteste Kategorie von Wanderungen – noch leichter und kürzer, wie der Name sagt, sind die Short Tracks. Der Wanderweg ist gut ausgebaut und leicht zu gehen, auch wenn es durchaus ein paar Meter hoch und runter geht. Wie bei den meisten Wanderwegen hier ist die Ausschilderung sehr gut, so dass man sich nicht verlaufen kann. Und vom Weg abkommen kann man eh nicht, weil die Vegetation so dicht ist, dass man gar nicht durchkäme, selbst wenn man wollte. Die Zeitangaben bei den Walking Tracks sind häufig sehr großzügig, aber mit Fotostopps kann es schonmal sein, dass man die angegebene Zeit auch tatsächlich braucht. Fotos folgen aber erst später; fürs Erste gibt‘s nur Text.

Der Wasserfall (ein vernünftiges Foto habe ich leider nur in der Kamera und die Fotos von dort noch nicht übertragen) wird über einen kleinen Abstecher von dem Weg erreicht, der als Rundweg ausgelegt ist. Ich folge diesem noch ein wenig weiter, bevor ich auf den Allans Track abbiege. Dieser soll laut Ausschilderung eineinhalb Stunden dauern – und die werde ich auch benötigen. Schnell zeigt sich, dass es sich hier um einen Tramping Track handelt, die nächsthöhere Kategorie. Der Weg führt nicht nur deutlich steiler nach oben, sondern ist auch schmaler und führt über Stock und Stein sowie durch einigen Matsch. Dabei geht es immer wieder hoch und runter, aber die ganze Zeit durch einen wunderschönen Wald.

Auf dem gesamten Allans Track ist mir niemand begegnet, als ich an der Stelle ankomme, wo ich nun über den Deer Spur Track hinabsteige. Würde ich ihm in die andere Richtung folgen, hätte ich noch einmal 700 Höhenmeter und alpines Gelände vor mir – dafür bin ich heute weder ausgerüstet noch fit genug. Der Abstieg würde dann zudem über eine Route führen, die oberste Kategorie von Wanderwegen, für die man gut ausgerüstet sein und sich mit Navigation auskennen sollte.

In diesem unteren Teil ist der Deer Spur Track sehr einfach zu gehen, er ist sehr gut ausgebaut und wohl nur deshalb ein Tramping Track, weil er weiter oben vermutlich anders aussieht. Nachdem ich sehr schnell Höhe verloren habe, stoße ich auf den Fern Walk, der nur leicht auf und ab geht und mich schon wieder ganz in die Nähe meines Ausgangspunkts zurückbringt. Ein letzter Abstecher führt mich noch über den Big Tree Walk, in dem beeindruckend hohe und dicke Totara stehen. Der größte von ihnen ist über 1000 Jahre alt, 31 Meter hoch und hat einen Umfang von 8,40 Metern. Insgesamt bin ich gut fünfeinhalb Stunden unterwegs gewesen.

Weil ich oben von Tramping gesprochen habe: Das ist hier die übliche Bezeichnung, wenn man wandern geht – entspricht also dem Hiking im sonstigen englischen Sprachraum. Manchmal sagt man auch Bushwalking dazu, denn Bush ist hier der Wald.

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