Zur Otago Peninsula
Nachdem ich mir mein Müsli zum Frühstück verzehrt habe, begebe ich mich vom Campingplatz aus auf einen kleinen Spaziergang. Der Cave Walk soll in etwa 30 Minuten hin und zurück zu gehen sein und wie der Name nahelegt zu einer Höhle führen.

Vor allem aber führt der Weg durch einen sehr schönen Wald mit einer Vielzahl unterschiedlicher Baum- und Farnarten. So einige von denen kann ich ja mittlerweile auseinanderhalten, aber etliche muss ich auch noch einmal nachschlagen – zum Glück habe ich meine Bestimmungsbücher dabei, mit denen ich überprüfen kann, ob mein Handy auch wirklich die richtigen Identifikationen vornimmt. Auf beiden Seiten der engen Schlucht sind die Felswände ordentlich hoch – ich tue mich mit Schätzungen von Höhen immer schwer. Nach kurzer Zeit komme ich an einem Felsüberhang vorbei, bevor ich schließlich die Höhle erreiche. Die ist gerade einmal fünf Meter tief und ist insofern nicht besonders imposant. Hübsch ist die ganze Wanderung aber dennoch.

Anschließend mache ich mich auf den Weg. Die Fahrt führt durch Dunedin, das ich aber ohne Stopp durchquere, und weiter auf die vorgelagerte Otago Peninsula. Dort habe ich mit den Ort Portobello – bzw. einen Campingplatz dort – ausgeguckt. Der Ort ist deutlich kleiner als ich das erwartet hatte – es gibt ein Hotel mit Pub, der mittags und abends für ein paar Stunden geöffnet hat, sowie ein Café, das anscheinend auch nur sporadische Öffnungszeiten hat, eine Handvoll Häuser und Infrastruktur wie eine Schule und die Feuerwehr für die anderen Orte in der Umgebung, die alle noch kleiner sind.

Ich mache mich dann erneut auf zu einer Wanderung, muss dazu aber erst einen Umweg fahren, da die direkte Straße von Portobello zur Sandfly Bay (die nach dem fliegenden Sand, nicht den Tieren benannt ist) derzeit gesperrt ist. Der Parkplatz für diese Bucht liegt noch ein gutes Stück oberhalb der Bucht, so dass man hier zunächst über einen normalen Weg, dann durch die Dünen hinabsteigen muss. Kurz vor Erreichen des Strands gibt es dann eine kleine Überraschung: Dort liegt ein weiblicher Seelöwe mitten auf dem Weg, so dass man nicht an ihm vorbeigehen mag. Mit einem kleinen Umweg durch die Dünen lässt sie sich aber umgehen – und sie scheint das alles auch gar nicht zu interessieren.

Auf dem Strand selber verlaufen sich dann die Leute – es sind schon einige hier unterwegs. Ich gehe den Strand ein gutes Stück weit entlang, bis ich auf eine Gruppe von drei Seelöwen treffe, die es sich hier in der Sonne gutgehen lassen. Den liegenden Tieren sieht man leider nicht so recht an, wie imposant sie sind. Ich sehe auch noch einige weitere Seelöwen – der Strand ist offenbar auch bei ihnen sehr beliebt –, die aber ebenfalls alle keinerlei Aktivitäten an den Tag legen. Am fernen Ende des Strandes sind einige Felsen, auf denen sich möglicherweise Seebären herumtreiben. Ich gehe so weit aber nicht und kehre stattdessen um. Zurück am Campingplatz mache ich mir dann erst einmal etwas zu essen.
