Canterbury
Kunst und Natur
Heute geht es weiter mit Erkundungen westlich der Innenstadt. Mein erster Besuch gilt der Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū. Dort gibt es zwei Ausstellungen, die mich besonders interessieren. Die erste heißt „He Kapuka Oneone – A Handful of Soil“; dort geht es um das Verhältnis der Menschen (tangata, oder wie man hier im Süden sagt: takata) zum Land (whenua). Unter anderem ist dort etliches an Landschaftsmalerei, aber auch einige Fotos ausgestellt. In der zweiten Ausstellung „Kā Whakatauraki: The Promises“ geht es um die Land„käufe“, mit denen die Pākeha, die europäischen Siedler, und die von ihnen dominierten staatlichen Organe die tangata whenau (die Menschen des Landes; eine Selbstbezeichnung der Māori) der Südinsel unter systematischem Bruch des Vertrags von Waitangi – des Gründungsdokuments Neuseelands – gegen lächerliche Entschädigungen de facto enteignet haben.
(more…)Erkundungen in Christchurch
Der erste Tag in Christchurch beginnt mit einem leckeren Frühstück im Beat Street Cafe, in dem ich vor 8 Jahren ebenfalls gefrühstückt habe – ich habe ja schon angedroht, dass das hier teilweise auch eine Reise in die Vergangenheit für mich ist, vor allem in Christchurch, aber auch an einigen anderen Orten, wie Ihr noch leidvoll erfahren werdet. Dieses Café ist aber unabhängig davon ein sehr sympathischer kleiner Laden, der außerhalb der Innenstadt liegt und in erster Linie von Locals besucht wird. Es war mir seinerzeit ebenso wie die Little High Eatery, wo ich gestern Abend aß, von Janet, der Managerin des Foley Towers, empfohlen worden.
(more…)Zurück in Christchurch
Der kurze Weg zur Bushaltestelle ist schnell zurückgelegt. Von dort bringt mich die Linie 29 in die Innenstadt, wo ich nicht bis zum ZOB fahre, sondern bereits an der Kreuzung der Manchester Street mit der Kilmore Street aussteige, denn in letzterer liegt nicht weit entfernt meine Unterkunft, Foley Towers. Seit 1999 habe ich hier jeden Besuch der Südinsel begonnen und mehrfach auch beendet. Eigentlich vermieten sie dort nun nur noch für längere Aufenthalte von mindestens einer Woche, so dass hier normalerweise keine reisenden Backpacker mehr unterkommen, sondern Leute, die beispielsweise für Work and Travel für längere Zeit in Christchurch bleiben. Ich hatte Janet, die Managerin aber im Vorfeld angeschrieben und gefragt, ob es möglich sei, dass ich für vier Nächte hier bleiben könnte. Da wir uns vor acht Jahren meine Reise plötzlich abbrechen musste, ich meine letzten Nächte in Neuseeland hier verbracht habe und wir uns dabei sehr ausführlich unterhalten hatten, erinnerte sie sich noch an mich und schrieb mir gleich, dass ich gerne auch für diese kurze Zeit kommen könnte.
(more…)Sieben Jahre
Einige Wolken sind noch am Himmel und zwei kurze Schauer gibt es am Vormittag auch noch, aber ansonsten sieht die Welt heute schon ganz anders aus. Der Himmel zeigt sich heute nämlich überwiegend in blau und in der Sonne ist es dann auch gleich deutlich wärmer, während die Lufttemperatur noch nicht wieder sommerlich zu nennen ist. Aber auch mit den Temperaturen soll es in den nächsten Tagen wieder aufwärts gehen. Heute habe ich dann auch erstmals die Kamera dabei und mache ein paar Fotos von einigen der Neubauten in der Stadt.
(more…)Keine Spur von Sturm
Eigentlich sollte ja schon gestern, spätestens aber in der Nacht der Sturm Gita in Christchurch eintreffen. Der gestrige Regen schien der Vorbote zu sein und auch heute gab es, wie die Wetterleute das gerne nennen, ergiebige Niederschläge. Wind hingegen gab es so gut wie gar nicht.
Der Morgen begann sogar damit, dass vereinzelt bläuliche Flecken am Himmel zu sehen waren und als ich das Hostel zu einem Gang in die Stadt verließ, warf ich sogar einen Schatten – dabei aber regnete es. Als erstes führte mich mein Weg zur Cardboard Cathedral, die ich vor fünf Jahren noch in der letzten Bauphase gesehen hatte. Der japanische Architekt Shigeru Ban, der seinerzeit auch den japanischen Pavillon auf der Expo 2000 entworfen hatte, hat dieses ungewöhnliche Bauwerk entworfen, das als Übergangskathedrale (so der offizielle Name) dienen soll, bis die “richtige” Kathedrale wieder aufgebaut ist – dieser Wiederaufbau wurde erst im letzten Jahr beschlossen.
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