New Zealand
Gegen den Wind
Mit einem kurzen Verfahrer beginnt die für die nächsten zwei Tage geplante Tour, die mich über Makarora und den Haast Pass an die berühmte Westküste bringen soll, die wegen der dort herrschenden üppigen Regenfälle auch Wet Coast genannt wird. Nachdem ich die richtige Straße gefunden habe, verlasse ich Wanaka ein kurzes Stück entlang des gleichnamigen Sees. Bald aber geht’s wieder ganz gut rauf und runter, womit ich eigentlich gar nicht gerechnet habe. Am Südende des Lake Hawea mache ich daher einen kurzen Abstecher über den Staudamm in den nach dem See benannten Ort und esse eine Kleinigkeit.
Neuseelands höchster Highway
Den Ruhetag in Queenstown verbringe ich nicht etwa mit einer der zahlreich angebotenen Aktivitäten von Bungy-Jumping bis Jet-Boating wie die meisten der Hostelbewohner, sondern mit einigen Einkäufen – unter anderem Handschuhe, weil’s bis auf 1500 Meter hinunter geschneit hat und allmählich kalt werden könnte –, einem Cappuccino in Begleitung eines Orangenkuchens und Gesprächen mit zahlreichen Leuten.
Zwei Tage Schotter
Etliche Leute haben mir den Tip gegeben, dass die Tour nach Queenstown über die Backroad nicht nur schön, sondern auch mit meinen relativ schmalen Reifen (32er) machbar ist. Kurz hinter Te Anau bemerke ich in einigem Abstand hinter mir einen anderen Radler – der einzige japanische Radler, der mir auf meiner gesamten Tour begegnet, die meisten sind Deutsche, Amerikaner und Schweizer. Mit ihm fahre ich gemeinsam bis zur Abzweigung auf die Backroad, wo wir eine Deutsche treffen, die gerade die Zwei-Tages-Tour von Queenstown aus hinter sich gebracht hat und meint, die Straße sei gut zu fahren – auch sie ist wie die anderen, die mir zu diesem Trip geraten haben, mit einem MTB unterwegs.
Abends auf dem Milford Sound
Es regnet leicht, aber die Wolkendecke ist dünn und in der Ferne besseres Wetter zu ahnen. Nach einem ruhigen Frühstück in der fast schon trauten Runde und einem etwas merkwürdigen Abschied geht es auf die Straße. Die kurze, flache Strecke ist schnell zurückgelegt und macht nach der zweitägigen Radpause auch wieder Spaß, zumal das Wetter mit nahendem Ziel besser wird.
Gespräche, Wasser und Wälder
Noch am Abend mache ich einen kleinen Spaziergang zur Ablegestelle der Boote zum Doubtful Sound, wo tatsächlich noch jemand anzutreffen ist. Trotz des aufklarenden Wetters kann ich mich nicht zu einer Buchung entschließen, vor allem weil die Tour mit 145 NZ$ nicht ganz billig ist. Stattdessen gönne ich mir lieber ein ausführliches Abendessen im Cathedral Cafe, das direkt neben der Tankstelle liegt und eher barackenförmig aussieht. Das Essen ist jedoch tatsächlich gut, die Bedienung – ein junger Mann, der sowohl vorne im Laden verkauft als auch kocht und serviert – ist sehr freundlich, sehr bemüht und empfiehlt mir zum Nachtisch ein Boysenberry Parfait – wie sich zeigt, ein guter Tip.
