New Zealand
Queenstown
Zurück im »Basislager« sind wir gestern abend nach einer Dusche erstmal lecker indisch essen gegangen – nach fünf Tagen Back Country Cuisine, deren gefriergetrocknetes Futter durchaus nahrhaft und essbar ist, freuen wir uns auf eine »echte« Mahlzeit. Ansonsten müssen wir nach unserer Wanderarbeitswoche unsere Klamotten waschen und lüften. Außerdem mache ich noch einen Ausflug mit der Gondola, um mir Queenstown von oben anzuschauen. Und natürlich gehen wir Eis essen, da ich ja noch meine Spielschulden bezahlen muss. Da das aber so lecker ist, wiederholen wir das mit dem Eis am nächsten Tag gleich noch einmal.
Rees-Dart Track: The Way Back
Am Morgen teilt uns die Hut Warden mit, dass Regen vorhergesagt wird; sie ist aber der Meinung, dass dieser nicht bis ins Dart Valley vordringen wird und wir daher zumindest trocken bleiben werden. In der Hoffnung, dass sie recht hat, machen wir uns auf den Weg. Die ersten Kilometer wandern wir durch dichten Wald, der nur gelegentlich einen Blick auf den Fluss freigibt, der deutlich weiter unten fließt.
Rees-Dart Track: Sidetripping
Für fast alle, die gestern aus dem Rees Valley gekommen sind, steht heute ein Ausflug zum Cascade Saddle auf dem Programm. Der Weg dorthin führt gut 600 Höhenmeter hinauf, bei Bedarf kann man auch noch etwas weiter hinauf steigen. Als Belohnung erhalten die Wanderer Ausblicke in das Matukituki Valley und zum Mount Aspiring – gutes Wetter vorausgesetzt. Leider ist es allerdings heute etwas stärker bewölkt, aber im Grunde durchaus recht gut. Wie drei unserer Mitwanderer gehe ich aber nicht mit auf diese Tour. Nachdem mir die ersten beiden Wandertage eindrucksvoll gezeigt haben, wie wenig fit ich bin, entscheide ich mich für einen Ruhetag – in der Hoffnung, dass mir dann die beiden Tage, die noch vor uns liegen, leichter fallen.
Rees-Dart Track: The Obvious Low Point
Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder prächtig. Wir gehören zu den letzten, die sich auf den Weg machen, da wir glauben, dass es keinen Grund zur Eile gibt. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir die heutige Strecke unterschätzen, auch wenn sie nur 9 km lang ist. Denn da es bis auf 1471 Meter Höhe hinauf geht, liegen noch ein paar Höhenmeter vor uns. Die Baumgrenze haben wir bereits hinter uns gelassen und das Tal des Rees River wird immer schmaler. Der Fluss selber ist hier eher ein Bach und anders als im unteren Flusslauf auch gar nicht mehr klar, da die von der Südseite herunter rieselnden Bäche feinen Felsstaub mit sich führen. Nach einer Weile sehen wir am oberen Ende des Tals den Ursprung des Rees River und am nördlichen Rand der von uns aufragenden Felswand den Rees Saddle, den – wie der Lonely Planet es beschreibt – »obvious low point«.
Rees-Dart Track: Muddy in Places
Schon früh um sieben treffen wir uns zum Frühstück; unsere Rucksäcke haben wir schon gestern abend weitgehend gepackt. Die wenigen Meter vom Hotel zum »Info & Track«-Laden, an dem wir uns um kurz vor acht einfinden müssen, sind schnell zurückgelegt und wir besteigen den Bus nach Glenorchy mit etwa 20 Leuten, von denen einige wie wir auf den Rees-Dart Track, andere auf die anderen Wanderungen wie den Routeburn oder den Caples Track wollen, die ebenfalls in der Nähe von Glenorchy starten. Auf der Fahrt am Lake Wakatipu entlang halten wir für den »Million Dollar View«, wie ihn der Busfahrer nennt: Einen Blick über den See hinweg zu den zwei Gipfeln des Mount Earnslaw (Pikirakatahi), den mit 2830 Metern höchsten Berg in dieser Gegend.
