Author: Harald
Fünf Jahre…
… ist es jetzt genau her, dass Christchurch von dem schwersten Beben getroffen wurde, das die Bewohner dort bislang erleben mussten. 185 Menschen verloren ihr Leben, Tausende wurden verletzt, über 10.000 Häuser mussten abgerissen werden, mehr als 100.000 waren beschädigt.
Ich hatte das Glück, die Stadt am Tag vor dem Beben zu verlassen. Als ich in der Bank, die in dem roten Gebäude in der Bildmitte des folgenden Bildes zu sehen ist, Bargeld abholte, stand hier noch eine intakte Innenstadt. Zwei Jahre später waren große Teile des Stadtzentrums noch immer gesperrt, weil noch nicht alle einsturzgefährdeten Gebäude abgesichert oder abgerissen waren.
Ein gerade erschienener Artikel in der in Christchurch beheimateten Zeitung The Press zeigt Bilder vom Tag des Bebens und dem Folgetag. Es wird Jahrzehnte dauern und über 40 Milliarden NZ$ kosten, die Stadt wieder aufzubauen. Und auch wenn die Region nicht zur Ruhe kommt – gerade erst hat es wieder ein größeres Beben gegeben, bei dem zum Glück keine größeren Schäden entstanden sind und vor allem niemand ums Leben gekommen ist –, steht die Stadt wieder auf. Bemerkenswert finde ich, dass man nicht nach einfachen und schnellen Lösungen sucht (was manchem Bewohner, der sein Haus verloren hat, verständlicherweise lieber wäre), sondern die Gelegenheit ergreift, die Stadt so neu zu konzipieren, dass sie für ihre Bewohner lebenswert ist. Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung (die so weit geht, dass ein neuer großer Spielplatz in wesentlichen Teilen von Kindern entworfen wurde) hat dabei die Ziele vorgegeben. Der ganze Prozess läuft nicht ohne Fehler und Pannen und auch nicht ohne Kritik ab – bei einem solchen Projekt kann das vermutlich auch nicht anders sein. Aber ich verfolge gespannt, wie sich die Stadt entwickelt und freue mich, in wenigen Jahren wieder Christchurch zu besuchen.
Der Christchurch Central Recovery Plan zeigt, wie man sich die Zukunft der Stadt vorstellt; kritisch begleitet wird der Prozess von der Initiative Rebuild Christchurch. Eine interessante Reportage über die Zeit nach dem Beben und den Wiederaufbau gibt es beim Deutschlandradio Kultur. Wer mag, findet auf den verlinkten Seiten umfangreiche Informationen.
Der Weg nach Neuseeland
Am kommenden Mittwoch geht es los:
EK 058 Düsseldorf–Dubai
Abflug 24. Februar, 20:45
Ankunft 25. Februar, 06:10 (03:10 MEZ)
EK 406 Dubai–Auckland
Abflug 25. Februar, 10:15 (07:15 MEZ)
Ankunft 26. Februar, 13:45 (01:45 MEZ)
Durch einen Klick auf die Flugnummer könnt Ihr Euch anzeigen lassen, wo sich das Flugzeug gerade befindet. Eine Zwischenlandung ohne Flugzeugwechsel lege ich in Melbourne ein. Die Rückreise trete ich in Auckland am 5. April nachmittags an und werde dann am 6. April am frühen Nachmittag in Düsseldorf landen. Die Details zu den Flügen erfahrt Ihr dann beizeiten hier.
Episode VI: Die Rückkehr zur Nordinsel
Zwanzig Jahre sind seit meinem ersten Besuch in Neuseeland vergangen. Nun soll es zum sechsten Mal dorthin gehen. Nachdem ich bei den letzten Reisen nur auf der Südinsel war, habe ich mich dieses Mal exklusiv für die Nordinsel entschieden. Dort war ich zuletzt 1999 unterwegs.
Heuer fliege ich ab Düsseldorf. Von dort geht es nach Dubai, wo ich in einen Airbus A380 umsteige und mit nur einem weiteren Zwischenstopp in Melbourne ohne Umsteigen nach Auckland fliege, wo ich schlappe 29 Stunden nach meinem Abflug ankommen werde.
Wie beim letzten Mal im Süden gönne ich mir wieder einen Mietwagen für die gesamte Zeit, so dass ich mit dem Gepäck nicht so sparsam sein muss. Es kommt also ein Satz mehr Wäsche mit und außerdem etwas mehr Fotokram. Eine mehrtägige Wanderung würde ich gerne wieder machen, aber das entscheide ich vor Ort. Ansonsten habe ich mir diverse Tagestouren vorgenommen.
Wie so oft steht nur ein grober Plan. Im Groben soll es durch den Westen der Insel in Richtung Wellington gehen, wobei ich nicht an der Küste klebe, sondern bis in die Hochebene mit den Vulkanen (Mordor sozusagen) reisen werde. In Wellington werde ich ein paar Tage bleiben und mich dann durch den Ostteil wieder in Richtung Norden zu begeben, vermutlich einmal um das East Cape herum. Nach ein paar Tagen in der Gegend um die Bay of Plenty und Rotorua muss ich schauen, wie viel Zeit noch bleibt. Coromandel würde ich gerne wieder besuchen. Und endlich auch einmal das Northland, wohin ich es bislang noch nicht geschafft habe.
Frankfurt
Auf dem vertrauten Weg über Sydney und Bangkok geht es nach Dubai und von dort dann weiter nach Frankfurt. Der Flugplan sieht wie folgt aus:
EK 419 Christchurch–Dubai
Abflug 6. April, 16:55 (06:55 MESZ)
Ankunft 7. April, 05:45 (03:45 MESZ)
EK 045 Dubai–Frankfurt
Abflug 7. April, 08:25 (06:25 MESZ)
Ankunft 7. April, 13:15
09:47 MESZ – Sydney: Der erste Abschnitt liegt hinter mir. In einer Stunde geht es weiter.
21:02 MESZ – Bangkok: Der zweite Abschnitt ist geschafft. Mentale Notiz für das nächste Mal: Das “freie” WiFi-Netz hier ist nur über ein Passwort zugänglich, das man nur vor dem Security-Check erhalten kann. Die Rechner vor Ort sind unerträglich.
In Dubai habe ich zweieinhalb Stunden Pause, bevor es mit einem anderen Flugzeug weiter nach Frankfurt geht. Dort werde ich von Freunden in Empfang genommen, die sich mit mir und einem Kaffee die Zeit vertreiben, bis ich meinen Zug nach Hause besteigen kann.
Red Zone und Re:Start
Auf den Tipp einer Mitbewohnerin im Hostel hin begebe ich mich, nachdem ich alles im Auto verstaut habe, zum Canterbury Museum, neben dem die provisorische Touristeninformation untergebracht ist, und besorge mir ein Ticket für die 10-Uhr-Tour mit dem Bus durch die Red Zone, also den normalerweise immer noch gesperrten Bereich der Innenstadt. Zwar sind seit meinem Besuch in Christchurch vor fünfeinhalb Wochen schon wieder einige Straßen freigegeben worden, aber ein nicht ganz kleiner Teil des Zentrums ist nach wie vor nicht öffentlich zugänglich – außer eben mit diesen Touren.

