Flight
Episode IV: Es wird konkret
Aus dem Blick nach vorn wird eine konkrete Perspektive. Heute war ich im Reisebüro, habe mich nach Flügen erkundigt und auch gleich einen reserviert. Der Preis liegt zwar etwas höher als bei einer Buchung im Internet, aber irgendwie bin ich da ja doch noch altmodisch und buche eine solche Reise lieber im Reisebüro. Vor allem konnte ich mich dort gleich in Bezug auf einen Stop-Over beraten lassen.
Der Plan sieht im Augenblick so aus, dass ich mich in die Hände von Emirates begebe. Am 16. Februar soll es abends ab Frankfurt nach Dubai gehen. Dort komme ich dann in aller Herrgottsfrühe an (wenn man das so sagen darf) und würde wohl diesen sowie den kompletten folgenden Tag in Dubai verbringen. Da ich bislang noch gar keine Ahnung habe, was mich da so erwarten könnte und ob zwei Tage zu viel oder zu wenig sind, habe ich mir dann auch gleich einen Reiseführer gekauft, um mir einen Überblick zu verschaffen. Bis Freitag habe ich mir Zeit gegeben zu entscheiden, ob ich diesen Stop-Over machen werde oder doch lieber gleich nach Neuseeland durchrausche.
Wenn es bei dem bisherigen Plan bleibt, würde ich dann am 19. Februar vormittags mit Zwischenlandungen, aber ohne weitere Aufenthalte, in Bangkok und Sydney nach Christchurch fliegen. Ankunft dort wäre dann am 20. Februar am frühen Nachmittag. Ein kleiner Nachteil könnte es sein, dass das ein Sonntag ist, aber ich werde wohl eh essen gehen; und etliche Läden haben ja auch sonntags geöffnet – ist ja nicht Deutschland. Zurück geht es nach derzeitiger Planung am 29. März nachmittags auf derselben Strecke und ohne Stop-Over. Ankunft in Frankfurt ist dann am 30. März am späten Mittag gute 31 Stunden nach Abflug – da ich mit der Sonne fliege, ist die Rückreise scheinbar eher kurz.
In den nächsten Tagen muss ich mir nun überlegen, ob es bei dieser Planung bleibt. Der grobe Rahmen steht damit jedenfalls und ich kann mit den Überlegungen beginnen, wie ich die Zeit in Neuseeland füllen möchte. Die ersten ein bis zwei Übernachtungen in Christchurch werde ich dann vorab buchen, aber das hat noch Zeit. Alles weitere ist noch komplett ungeplant, wird sich aber ganz grob an dem orientieren, was ich hier vor gut zwei Jahren geschrieben habe.
The End of a Journey
Bereits gestern abend habe ich den größten Teil meiner Klamotten gepackt, da es heute recht früh auf die Rückreise geht. Zum letzten Mal für diese Reise checke ich aus dem YHA in Te Anau aus und begebe mich zum Bus, der um 8 Uhr losfährt. Über Gore geht es mit einem Zwischenstopp bei einem Tearoom in Peggydale nach Dunedin und von dort mit einem weiteren Stopp in Oamaru – viereinhalb Wochen nach meinem letzten Besuch hier – nach Christchurch, wo wir um kurz vor sieben abends ankommen.
Flug nach Christchurch
Am Flughafen in Paderborn erwarten mich beim Einchecken zwei kleine Überraschungen: Mein Gepäck wird gleich bis zum Ziel in Christchurch durchgecheckt, so dass ich mich – obwohl ich mit drei Fluggesellschaften unterwegs sein werde – darum nicht kümmern muss. Die zweite Überraschung: Ohne ein Australienvisum will mich das System nicht einchecken lassen. Nach mehreren Rückfragen gibt irgendjemand an höherer Stelle die Buchung dennoch frei, so dass ich zumindest eine Bordkarte bis Frankfurt bekomme. Wie es von dort dann weitergehen soll und ob ich überhaupt ohne Visum durch Australien komme – wo ich ja lediglich zweieinhalb Stunden Aufenthalt habe – soll dann in Frankfurt entschieden werden.
Passagiere erster und zweiter Klasse
Im Flieger, einer Boeing 747-300, sitze ich in Reihe 20 am Fenster und damit an einem Platz vor den Tragflächen mit schöner Aussicht. Wenn das Wetter also schön bleibt, könnte es einiges zu sehen geben auf dem Flug nach Los Angeles. Neben mir sitzen Jens und Brigitte, beide etwa in meinem Alter. Sie reisen bereits zum zweiten Mal nach Neuseeland, wollen sich dort per Mietwagen fortbewegen und halten es nicht für ausgeschlossen, dass sie demnächst ganz auswandern.
“Urlaub von Anfang an”
So wirbt die Deutsche Bahn AG, und so stelle ich es mir auch vor. Mit dem Fahrradkarton an der einen, den zusammengeschnürten Packtaschen an der anderen Hand und einem kleinen Rucksack auf dem Rücken, steige ich also in den Zug. Bis Kassel komme ich problemlos in einem InterRegio. Von dort muss ich mit einem StadtExpress weiter, da ich die sonst verkehrenden ICEs nicht mit meinem Fahrrad benutzen kann. Hier droht nun das Chaos: Massen von Menschen drängen sich auf dem Bahnsteig – es ist recht gutes Wetter, der Samstag lang, und Eintracht Frankfurt hat ein Heimspiel. Natürlich habe ich mir einen Zug mit Fahrradbeförderung ausgesucht, aber ein Fahrradabteil gibt es deshalb noch lange nicht. Ich muss mich also in den Bereich der Türen stellen, was kein Problem darstellen würde, wenn dort nicht bereits überall mindestens zwanzig Leute stünden.
