New Zealand
Stewart Island
Nach einem Ruhetag in Te Anau geht es früh morgens auf den Weg in Richtung Süden. Um Viertel nach Sieben holt mich der Bus an der Jugendherberge ab. Es ist derselbe Fahrer, der vor drei Jahren gerade seinen ersten Tag bei dem Unternehmen hatte. Dieses Mal ist die Gesellschaft eine andere und es geht nicht mehr über Tuatapere, sondern mit Umsteigen über Mossburn und Lumsden. Immerhin kennt der Fahrer dieses Mal den Weg; die Heizung in seinem Bus hat er dagegen nicht wirklich unter Kontrolle. In Invercargill steige ich erneut um – auch der Bus nach Bluff wird von dem gleichen Fahrer wie seinerzeit gefahren. Die Überfahrt dagegen ist ein ganzes Stück rauer als damals, wenn auch wohl relativ ruhig im Vergleich zum Vortag.
Routeburn Track
So, da bin ich nun zurück vom Routeburn Track. Schön war’s wieder, auch wenn das Wetter nicht so recht mit gespielt hat. Am ersten Tag war es noch recht gut, in der Nacht hat es dann ordentlich gestürmt und innerhalb von 24 Stunden sind 84mm Niederschlag gefallen. Am kommenden Tag haben wir dann annähernd jegliches Wetter erlebt, das man sich so vorstellen kann. Lediglich “that shiny thing”, wie der Hüttenwart sich am Abend ausdrückte, hat gefehlt: Wir hatten zuerst Regen, dann Hagel (aber nur ganz kleine Körner – die uns dafür von vorne ins Gesicht wehten), Schnee und Donner. Zwischendurch war mal ein bisschen blauer Himmel zu sehen und es gab ein paar schöne Regenbögen. Ach ja, und deftigen Wind in Böen oberhalb von 100 km/h hatten wir auch noch – zum Glück aber drückten die in Richtung Berghang und nicht in Richtung Abgrund.
Von Te Anau nach Queenstown
Bevor ich das Auto in Queenstown abgebe, habe ich mir vorgenommen, noch ein paar nette Orte anzufahren, die ich teilweise auf meiner Radtour seinerzeit besucht habe und die ich teilweise noch gar nicht kenne. Leider ist die Zeit dafür nicht so ganz reichlich. Nach kurzen Aufenthalten in Kingston am Südende des Lake Wakatipu, von wo früher einmal eine Museumseisenbahn ein paar Kilometer weit nach Süden fuhr (die Anlagen sehen so aus, als würde sie mittlerweile nicht mehr fahren), und am Shotover River, wo die Jetboote den Fluss hinauf und hinab düsen, fahre ich nach Arrowtown.
Milford Road
Am Morgen hängen noch ein paar Wolken über Te Anau und die Berge geben sich in den höheren Lagen noch sehr verhüllt. Aber die Vorhersage klingt sehr gut – auch für die Westseite der Berge. Also geht es am späten Vormittag, nachdem der Hauptstrom der Touristen und der Busse sich schon auf den Weg gemacht hat, auf die Straße nach Milford. Die ersten Kilometer führen am Lake Te Anau entlang. Dort mache ich den ein oder anderen kurzen Fotostopp.
Southland
Der erste Weg für heute führt mich zum Oreti Beach, den seinerzeit Burt Munro als Trainingsgelände genutzt hat. Sonderlich interessant ist der nicht, aber ich wollte ihn gerne mal »in echt« sehen.
Auf einer Art Nostalgietour fahre ich dann entlang der gleichen Strecke, auf der ich meine ersten beiden Etappen beim ersten Besuch vor 15 Jahren mit dem Fahrrad zurückgelegt habe. Überrascht stelle ich fest, dass damals nicht nur meine mangelnde Fitness, sondern auch die Topographie schuld daran war, dass mir der Anfang damals nicht so leicht gefallen ist: Es geht doch mehr bergauf, als ich das in Erinnerung hatte. Insgesamt erkenne ich aber viele Stellen wieder. In Riverton würde ich eigentlich gerne das lokale Museum besuchen, das jedoch gerade seinen Ruhetag hat: Bei meinem ersten Besuch hatte ich ein Foto am Ortsausgang von der hinter Riverton liegenden Bucht des Jacobs River gemacht, auf der ein Bauwerk zu sehen ist, das ein Bahndamm gewesen sein könnte. Dieses Bauwerk existiert nicht mehr, aber wie ich später der Wikipedia entnehmen kann, gab es hier tatsächlich früher eine Bahnlinie, die bis nach Tuatapere führte. Ein Überrest der Brücke lagert wohl im Museum.

